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SCHWABACH/ROTH  – Nach mehreren Romanen, Lyrikbänden und Kurzgeschichtensammlungen präsentiert Dr. Manfred Korth, im wirklichen Leben Leiter des Jugendamtes Roth, erstmals Novellen. «Nietzsches Vermächtnis» heißt das neue Werk mit elf «unzeitgemäßen» Novellen.

Dr. Korth beweist mit seinem neuen Buch, dass er auch auf dem Gebiet der Novelle bestens bestehen kann und keine Vergleiche zu scheuen braucht. «Bei einer Novelle handelt es sich in der Regel um eine kürzere Erzählung in Prosaform», schreibt der Autor im Vorwort. Novellen, so Manfred Korth weiter, verließen das rein Rationale und arbeiteten häufig mit Sinnbildern.

Die Welt der Symbole und Metaphern erlaubt interessante Deutungen. Der geschlossene Handlungsstrang lässt vielerlei Interpretationsspielräume zu und schafft «einen unauslotbaren Sinn-Raum» (Korth).

In seinen Novellen geht es dem Autor nicht um Botschaften, sondern um Widersprüche und Fragestellungen. Diese Widersprüche konfrontieren den Leser mit Merkwürdigkeiten, aber auch mit Unheimlichkeiten. So zeigt er beispielsweise in der ersten Novelle «Lust und Frust» auf, wie schnell man als Normalbürger Opfer eines illegalen Forschungsprojekts werden kann: Nach einem mehr als zweifelhaften Ausleseverfahren gerät der Ich-Erzähler als Probant in die Fänge eines unseriösen wissenschaftlichen Instituts, das zum Ziel hat, die Testperson mit Psychopharmaka voll zu stopfen. Da jedoch die Dosierung zu hoch ist, wird der Professor Opfer seines eigenen Experiments.

Eine der stärksten Geschichten ist die Novelle «Nietzsches Vermächtnis», das dem Buch auch den Titel gab. In dieser Geschichte berichtet der Ich-Erzähler von der Zeit in Moskau, als er sich als 30-Jähriger für zehn Jahre per Vertrag an die reiche Olga Oehler «versklavt», die in dieser Zeit restlos über ihn verfügen darf.

«Dr. Amos und die Liebe» heißt eine weitere Novelle. Ausgangspunkt ist die Beerdigung der 73-jährigen Klosterschwester Marianne. Die 96-jährige Klosteroberin behandelt die Verstorbene wie eine Tochter. Dr. Amos hat es geschafft, die schlimmen Migräne-Anfälle, unter denen Marianne leidet, zu heilen. Als die Oberin von Dr. Amos wissen will, wie er das geschafft habe, erzählt er ihr freimütig, dass er mit Marianne ein platonisches Liebesverhältnis hatte.

Mit seiner ersten Novellensammlung erweist sich Dr. Manfred Korth einmal mehr als Meister des geschliffenen Worts. Korths Geschichten machen nachdenklich. Sie enthalten viele psychologische und moralische Aspekte, die auf skurrile Weise präsentiert werden. Philosophie wird unterhaltsam transportiert.

ROBERT UNTERBURGER



   
 
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